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Abgeordnete des Bundestags: Voraussetzungen. Aufgaben. Bezahlung. Gehalt nach Ausscheiden.

Wird von der Politik berichtet, ist häufig von Bundestagsabgeordneten die Rede. Doch was ist eigentlich ein Abgeordneter des Bundestags? Was sind die Aufgaben dieser Politiker? Und wie hoch fällt die Bezahlung in diesem Amt aus? Diese und alle weiteren Fragen beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.

Übersicht

Ein Mitglied des Bundestags, mit MdB abgekürzt und auch als Bundestagsabgeordneter bezeichnet, ist ein Politiker mit Sitz im Bundestag. Damit ist er Teil des Parlaments, also dem gesetzgebenden Organ der Bundesrepublik Deutschland. Die Hauptaufgabe der Abgeordneten besteht somit darin, bestehende Gesetze anzupassen oder neue Gesetze zu verabschieden.

Auch nehmen die Bundestagsabgeordneten eine Kontrollfunktion über die Bundesregierung ein, wählen den Bundeskanzler und kontrollieren die Nachrichtendienste des Landes.

Der Abgeordnete wird “in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.” Für die Dauer der Legislaturperiode (regulär vier Jahre) vertritt ein Abgeordneter die Interessen der Wähler. Dabei ist er nicht an Anweisungen oder Aufträge gebunden. Im Rahmen der Bundestagswahl kann ein Politiker direkt im Wahlkreis (Erststimme) oder über die Liste einer Partei (Zweitstimme) in den Bundestag gewählt werden.

Mögliche Tätigkeiten der Bundestagsabgeordneten

  • Ausarbeitung und Präsentation von Gesetzesvorhaben
  • Teilnahme an Arbeitsgruppen und Ausschusssitzungen
  • Vorbereiten und Halten von Reden
  • Politische Arbeit im Wahlkreis
  • Durchführen von Sprechstunden

Gehalt eines Bundestagsabgeordneten

127.100,40 € p. a.

zuzüglich:

  • steuerfreie Aufwandspauschale
  • Pauschale für Büroausstattung
  • Gehälter für eigene Mitarbeiter

Was ist ein Bundestagsabgeordneter?

Ein Bundestagsabgeordneter bzw. Mitglied des Bundestags (MdB), wie die korrekte amtliche Bezeichnung lautet, ist ein Politiker mit Sitz im Bundestag. Damit ist er Teil des Parlaments, also dem gesetzgebenden Organ der Bundesrepublik Deutschland.

Der Abgeordnete wird “in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.” Für die Dauer der Legislaturperiode vertritt ein Abgeordneter die Interessen der Wähler. Dabei ist er nicht an Anweisungen oder Aufträge gebunden.

Wie wird man Bundestagsabgeordneter?

Um Mitglied des Bundestages werden zu können, muss man deutscher Staatsbürger sein und ein Mindestalter von 18 Jahren erreicht haben.

Sind diese Bedingungen erfüllt, kann man sich zur Wahl stellen. Um tatsächlich ein Mandat im Parlament zu bekommen, muss man jedoch noch gewählt werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise. Gewinnt ein Kandidat die Wahl in seinem Kreis (Erststimme), zieht er als Abgeordneter in den Bundestag ein. Häufig werden die Kandidaten von Parteien gestellt. Doch auch Einzelpersonen können für ein Amt im Bundestag kandidieren.
  2. Die zweite Möglichkeit besteht über den Listenplatz einer Partei Angeordneter zu werden. Dazu muss die Partei in der Bundestagswahl mindestens 5 % der Stimmen erreichen (Zweitstimme). Stehen der Partei somit mehr Sitze im Bundestag zu als sie Direktmandate aus der Erststimme hat, werden diese von den Listenkandidaten besetzt. Je weiter oben ein Kandidat auf der Liste steht, desto besser seine Chancen auf das Amt des Bundestagsabgeordneten.

Angeordnete des Bundestags werden jeweils für eine Legislaturperiode gewählt. Deren Dauer beträgt regulär 4 Jahre, kann aber auch kürzer ausfallen, etwa wenn der Bundestag aufgelöst wird. Die nächste Bundestagswahl findet somit voraussichtlich 2025 statt.

Welche Aufgaben hat ein Bundestagsabgeordneter?

Da der Bundestagsabgeordnete einen Platz im Parlament einnimmt, ist er für die Gesetzgebung zuständig. Die Hauptaufgabe der Abgeordneten besteht somit darin, bestehende Gesetze anzupassen oder neue Gesetze zu verabschieden.

Auch nimmt der Bundestag eine Kontrollfunktion ein. Die Bundestagsabgeordneten kontrollieren die Bundesregierung, das heißt: den Bundeskanzler und die Bundesminister sowie deren Geschäftsbereiche.

Darüber hinaus wählen die Bundestagsabgeordneten den Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin.

Das ist noch nicht alles. Auch werden die Nachrichtendienste durch die Bundestagsabgeordneten kontrolliert und sogar bei der Bundeswehr haben die Mitglieder des Parlaments Mitspracherecht.

Ebenso vielfältig wie die Aufgaben der Abgeordneten sind die damit verbundenen Tätigkeiten. So nehmen Mitglieder des Bundestags an Arbeitskreisen und Parlamentssitzungen Teil. Sie sind jedoch auch für ihren Wahlkreis zuständig. Dort unterhalten Sie häufig ein Wahlkreisbüro und beschäftigen sich mit den Anliegen der Bürger im Wahlkreis.

Tätigkeiten während den Sitzungswochen

Jedes Jahr gibt es mindestens 20 Sitzungswochen im Bundestag. Während dieser Wochen wird eine feste Grundstruktur mit definierten Terminen befolgt. Während dieser Zeit treffen sich die Abgeordneten in Arbeitsgruppen und besprechen die Ausschusssitzungen. Sie diskutieren zudem die Fraktionspolitik für die Sitzungswoche, führen die Ausschusssitzungen durch und präsentieren dort etwa Gesetzesvorhaben oder bereiten Entscheidungen des Plenums vor. Während der Sitzungswochen finden natürlich auch die Plenarsitzungen statt.

Darüber hinaus werden Reden vorbereitet, Fachkonferenzen gehalten und Besucher- sowie Schülergruppen durch die Parlamentarier betreut.

Aufgaben während den sitzungsfreien Wochen

In den übrigen, sitzungsfreien Wochen werden die Sitzungswochen nachbereitet und anstehende Sitzungswochen vorbereitet.

Darüber hinaus engagieren sich die Bundestagsabgeordneten in dieser Zeit in ihrem Wahlkreis. Dort stehen Sie Bürgern und Bürgerinnen in Sprechstunden Rede und Antwort, nehmen an lokalen Veranstaltungen teil (z. B. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, Treffen mit Gewerbetreibenden) und pflegen Kontakte innerhalb der eigenen Partei. Etwa finden während den sitzungsfreien Wochen die Landesparteitage statt und es müssen Reden für diese vorbereitet werden. 

Welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, um Bundestagsabgeordneter zu werden?

Wie bereits beschrieben, muss man volljähriger deutscher Staatsbürger sein und bei der Bundestagswahl gewählt werden, um Mitglied des Bundestags zu werden. Der Weg dahin ist jedoch ein langwieriger Prozess.

Ein wichtiger Faktor auf dem Weg in die Spitzenpolitik ist ein aktives politisches Engagement. Viele Politiker beginnen ihre Karriere in der Kommunalpolitik und sind aktiv in einer Partei. Nach Möglichkeit sollte man sich hier bereits möglichst frühzeitig engagieren, etwa in der Jugendorganisation einer großen Partei.

Auch sollten Sie ein großes politisches Interesse besitzen, sich mit den politischen Prozessen auskennen und ein hohes Allgemeinwissen vorweisen können. Obwohl weder ein Studium noch eine abgeschlossene Ausbildung Pflicht sind, empfiehlt sich ein Hochschulschubschluss dennoch. Oftmals haben Politiker BWL, Jura, Politikwissenschaften oder Geisteswissenschaften studiert. Derartige Studienabschlüsse können die Einstiegschancen in der Spitzenpolitik erhöhen.

Auch sollten Sie die richtigen Soft Skills mitbringen, um sich gegen Konkurrenten durchzusetzen und das Amt des Bundestagsabgeordneten erfolgreich zu bekleiden. Auf diese gehen wir im nächsten Abschnitt ein.

Welche Soft Skills werden als Mitglied des Bundestags benötigt?

Soft Skills bezeichnen persönliche, methodische und soziale Kompetenzen, die sich unabhängig von der Tätigkeit einsetzen lassen bzw. benötigt werden. Um das Amt eines Bundestagsmitglieds erfolgreich zu bekleiden, werden zahlreiche dieser Kompetenzen benötigt. Einige von diesen haben wir Ihnen hier aufgelistet:

  • Rhetorische Fähigkeiten
  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Offenheit
  • Kritik- und Reflexionsfähigkeit
  • Systemisches Denken
  • Hohes Allgemeinwissen
  • Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit
  • Selbstvertrauen
  • Hohes Engagement
  • Sozialkompetenz
  • Diskussionsbereitschaft
  • Durchsetzungskraft
  • Positive Ausstrahlung
  • Organisationstalent
  • Verantwortungsbewusstsein

Rhetorische Fähigkeiten

Spitzenpolitiker, zu denen Bundestagsabgeordnete ganz klar zählen, müssen ständig zu überzeugen wissen. Das gilt etwa für den Wahlkampf, in dem sie Wähler für sich überzeugen müssen. Doch auch in der täglichen Arbeit, müssen die Abgeordneten ihre Standpunkte verständlich sowie überzeugend mitteilen, sei es in Arbeitskreisen oder bei Debatten im Bundestag. Neben einem sicheren Auftreten ist eine sehr gute, überzeugende Kommunikationsfähigkeit hierbei von Vorteil.

Langfristiges, strategisches Denken

Mitglieder des Bundestags haben eine große Verantwortung. Ihre Entscheidungen beeinflussen die Geschehnisse eines gesamten Landes. Dabei sind nicht nur die kurzfristigen Ergebnisse der Handlungen zu betrachten, sondern auch langfristige Folgen abzuschätzen. Die Abgeordneten benötigen daher einen gewissen Weitblick und ein Denken, dass nicht nur auf kurzfristige Ziele ausgerichtet, sondern auch langfristige Erfolge in die Entscheidungsfindung einbezieht. Darüber hinaus sollten Bundestagsabgeordnete entsprechend ihrer Macht ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein besitzen.

Durchsetzungskraft und Widerstandsfähigkeit

Die Sitze im Bundestag sind begrenzt. Konkret gibt es 598 Sitze gemäß Bundeswahlgesetz zuzüglich Überhangmandate. Es gibt jedoch weit mehr Politiker, die sich für das Amt des Bundestagsabgeordneten zur Wahl stellen. So waren es zu Bundestagswahl 2021 insgesamt 6.211 Wahlbewerber (Quelle). 

Um Bundestagsabgeordneter zu werden, muss man sich also im Durchschnitt gegen etwa 10 Konkurrenten durchsetzen. Neben genügend Durchsetzungskraft, wird somit auch eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen alle Hürden auf dem Weg ins Amt gefordert.

Empathie-Fähigkeit

Ein Abgeordneter des Bundestags vertritt die Interessen der gesamten Bevölkerung. Das heißt, Sie müssen wissen, was die Menschen umtreibt, welche Ängste und Bedürfnisse sie haben. Das gilt nicht nur für Menschen mit gleichen sozialen Hintergründen wie Sie selbst, sondern alle Menschen. Entsprechend sollten Sie über eine hohe Empathie-Fähigkeit verfügen. Sie müssen sich in andere Menschen hineinversetzen können, um deren Interessen verstehen und vertreten zu können.

Auch hilft diese Fähigkeiten, um die Positionen, Argumente sowie Interessen anderer politischer Akteure besser zu verstehen.

Wie hoch ist das Gehalt eines Bundestagsabgeordneten?

Bundestagsabgeordnete erhalten Diäten aus Steuergeldern. Diese betragen seit dem 01. Juli 2023 ganze 10.591,70 € monatlich. Daraus ergibt sich ein Bruttogehalt von 127.100,40 € pro Jahr.

Zusätzlich erhalten die Parlamentarier eine steuerfreie Aufwandspauschale von 4.725,48 € pro Monat. Durch diese werden diverse Aufwände zur Ausübung des Amtes pauschal abgerechnet.

Außerdem werden jährlich 12.000 € für Büroausstattung gezahlt. Diese werden etwa für Briefporto, Laptops, Papier oder Mobiltelefone genutzt.

Einem Bundestagsabgeordneten unterstehen Mitarbeiter, die ebenfalls bezahlt werden müssen. Für die Gehälter von Referenten, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Büroleitern und Co. stehen bis zu 23.205 Euro brutto monatlich zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den Bezahlungen von Bundeskanzler, Abgeordneten, Ministern und weiteren Politikern erhalten Sie hier: Verdienst aufgeschlüsselt: Wie werden Politiker in Deutschland bezahlt?

Wie werden Bundestagsabgeordnete nach Ausscheiden bezahlt?

Abgeordnete des Bundestags, Kanzler und Minister haben eine hohe Altersvorsorge. Ein Bundestagsabgeordneter erhält für jedes Jahr der Tätigkeit einen Rentenanspruch in Höhe von 2,5 Prozent seiner Diät. Diese beträgt aktuell 10.591,70 € monatlich. Demnach ergeben sich pro Jahr als Abgeordneter Pensionsansprüche in Höhe von 264,79 € monatlich.

Allerdings sind die Pensionsansprüche nach oben hin begrenzt. Sie dürfen maximal 65 Prozent der Abgeordnetenentschädigung betragen. Außerdem gelten Ansprüche erst nach dem ersten vollen Arbeitsjahr.

Mehr dazu erfahren Sie hier: Zahlen Politiker in die Rentenkasse ein?

Aktuelle Jobs in der Politik

Wie Sie erfahren haben, sind die Wege in eines der höchsten politischen Ämter Deutschlands vielfältig. Ein möglicher Einstieg in die politische Karriere kann auch ein Job in der Politik sein, etwa als Referent für einen Bundestagsabgeordneten oder eine Partei. Hier finden Sie derartige Stellenangebote, die aktuell auf unserer Seite veröffentlicht sind:

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Fazit – Berufsbild Bundestagsabgeordneter

Das politische Amt des Bundestagsabgeordneten ist wohl eines der bekanntesten in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Angeordneten ist vielfältig und anspruchsvoll. Mit welchen Herausforderungen Mitglieder des Bundestages konfrontiert werden, wie man Angeordneter werden kann und welche Voraussetzungen man erfüllen sollte, haben wir Ihnen im Artikel gezeigt. Auch haben wir erklärt, wie hoch die Bezahlung im Amt sowie nach Ausscheiden ausfällt.

Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten und Sie nun ein besseres Verständnis über das politische Amt besitzen!

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