
Nichtwähler sind Wahlberechtigte, die bei einer Wahl keine Stimme abgeben, weder im Wahllokal noch per Briefwahl. Ihre Zahl ergibt sich aus der Differenz zwischen Wahlberechtigten und Wählern: Bei der Bundestagswahl 2025 blieben rund 10,6 Millionen Menschen der Wahl fern, das waren 17,5 Prozent der Wahlberechtigten.
Eine Wahlpflicht gibt es in Deutschland nicht. Wer nicht wählt, verzichtet auf seinen Einfluss, muss aber keine Folgen fürchten.
Wer zählt als Nichtwähler?
Die BundeswahlleiterinDer Bundeswahlleiter spielt eine zentrale Rolle bei bundesweiten Wahlen in Deutschland. Er ist verantwortlich für die Durchführung von Bundestags- und Europawahlen sowie bundesweiten Abstimmungen. zählt jeden als Wähler, der einen StimmzettelEin Stimmzettel ist ein Dokument, mit dem die Wähler ihre Stimme abgeben. Darin enthalten sind die zur Wahl stehenden Parteien, Kandidaten sowie gegebenenfalls weitere Abstimmungsoptionen. Ein Stimmzettel ist ein zentrales Instrument demokratischer Wahlen, ohne das keine gültige Stimmabgabe möglich ist. abgegeben hat, auch wenn die Stimme ungültig ist. Nichtwähler ist also nur, wer gar nicht wählt. Nicht dazu gehören Menschen ohne Wahlrecht, etwa Jugendliche unter 18 Jahren. Grundlage ist die Wahlbeteiligung: Liegt sie bei 82,5 Prozent, sind die übrigen 17,5 Prozent Nichtwähler.
Nichtwähler sind keine einheitliche Gruppe. Zu ihnen zählt, wer bewusst aus Protest oder Desinteresse fernbleibt, ebenso wie derjenige, der am Wahltag verhindert ist und keine Briefwahl beantragt hat. Welche Altersgruppen am häufigsten fehlen, zeigt die repräsentative Wahlstatistik, für die die Bundeswahlleiterin ausgewählte Wahlbezirke nach Alter und Geschlecht auswertet: 2025 lag die WahlbeteiligungAls Wahlbeteiligung wird das Verhältnis der tatsächlichen Wähler in Bezug auf die Gesamtheit der wahlberechtigten Bürger bezeichnet. Der Anteil der an der Wahl teilgenommenen Personen wird in der Regel in Prozent angegeben. Anhand der Wahlbeteiligung lässt sich das Interesse der Bevölkerung an der Politik messen. bei den 21- bis 24-Jährigen mit 78,3 Prozent am niedrigsten, gefolgt von den 18- bis 20-Jährigen mit 78,8 Prozent und den über 70-Jährigen mit 79,3 Prozent. Am höchsten war sie bei den 50- bis 69-Jährigen mit 85,5 Prozent.
Auswirkungen
Auf die Sitzverteilung haben Nichtwähler keinen direkten Einfluss. Die Sitze des Bundestages werden im Verhältnis der gültigen Zweitstimmen verteilt, also der Stimmen für die Landeslisten der Parteien, so sieht es das Bundeswahlgesetz vor (§ 4 BWahlG). Kein Sitz bleibt leer, weil Menschen nicht wählen. Stattdessen wächst das Gewicht jeder abgegebenen Stimme. Auch die Sperrklausel von 5 Prozent bezieht sich auf die gültigen Zweitstimmen, nicht auf die Wahlberechtigten.
Was sich verändert, ist der Rückhalt einer Mehrheit in der Bevölkerung. CDU und CSU erhielten 2025 zusammen 28,5 Prozent der gültigen Zweitstimmen. Gemessen an allen Wahlberechtigten waren das 23,4 Prozent. Die 10,6 Millionen Nichtwähler waren zahlreicher als die Zweitstimmen jeder einzelnen Partei außer der CDU. Eine Wahlpflicht kennt das Grundgesetz nicht: Die Wahl ist frei (Art. 38 GG), und dazu gehört auch die Freiheit, nicht zu wählen.
Statistiken für Deutschland
Wir haben die Zahl der Nichtwähler bei allen Bundestagswahlen seit der Wiedervereinigung aus den amtlichen Endergebnissen berechnet:
Bundestagswahl | Wahlberechtigte | Wählende | Nichtwähler | Anteil an den Wahlberechtigten |
1990 | 60.436.560 | 46.995.915 | 13.440.645 | 22,2 % |
1994 | 60.452.009 | 47.737.999 | 12.714.010 | 21,0 % |
1998 | 60.762.751 | 49.947.087 | 10.815.664 | 17,8 % |
2002 | 61.432.868 | 48.582.761 | 12.850.107 | 20,9 % |
2005 | 61.870.711 | 48.044.134 | 13.826.577 | 22,3 % |
2009 | 62.168.489 | 44.005.575 | 18.162.914 | 29,2 % |
2013 | 61.946.900 | 44.309.925 | 17.636.975 | 28,5 % |
2017 | 61.688.485 | 46.976.341 | 14.712.144 | 23,8 % |
2021 ¹ | 61.172.771 | 46.707.343 | 14.465.428 | 23,6 % |
2025 | 60.510.631 | 49.928.653 | 10.581.978 | 17,5 % |
Quelle: Bundeswahlleiterin, Ergebnisse früherer Bundestagswahlen, Stand 06/2025; Nichtwähler = Wahlberechtigte abzüglich Wählende. ¹ einschließlich der Wiederholungswahl in Teilen Berlins am 11. Februar 2024
Den Höchststand erreichte die Zahl der Nichtwähler 2009 mit rund 18,2 Millionen oder 29,2 Prozent. Auch 2013 blieb mehr als jeder vierte Wahlberechtigte zu Hause. Seit 2017 sinkt der Anteil wieder. 2025 lag er mit 17,5 Prozent so niedrig wie zuletzt 1998. Bei anderen Wahlen bleiben deutlich mehr Menschen fern: Bei der Europawahl 2024 gaben 35,3 Prozent der Wahlberechtigten keine Stimme ab, rund 21,8 Millionen Menschen.

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