
Campaigner planen und steuern die Kampagnen von Parteien, von der Haustür bis zur Landingpage. Vor Landtags- und Bundestagswahlen suchen Parteizentralen und Landesverbände verstärkt nach ihnen, häufig befristet bis zum Wahltag. Welche Aufgaben ein Campaigner übernimmt, welche Anforderungen die Arbeitgeber stellen und wie hoch das Gehalt ausfällt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Übersicht
Ein Campaigner entwickelt und organisiert politische Kampagnen. In Parteien reicht das vom Wahlkampf über Themenkampagnen, etwa zu Mieten oder Klimaschutz, bis zum Fundraising und zur Mobilisierung der eigenen Mitglieder. Andere Bezeichnungen für dieselbe Arbeit sind Kampagnenmanager, Campaign Manager, Kampagnenreferent oder, mit Schwerpunkt auf der Mobilisierung von Menschen vor Ort, Organizer.
Arbeitgeber sind vor allem die Bundesgeschäftsstellen und Landesverbände der Parteien. FraktionenEine Fraktion ist ein Zusammenschluss von Abgeordneten innerhalb eines Parlaments, die derselben Partei oder politisch nahestehenden Parteien angehören. Sie ermöglichen eine koordinierte parlamentarische Arbeit und bündeln politische Positionen, um den Einfluss im parlamentarischen Prozess zu stärken., Kreisverbände, Jugendorganisationen und Abgeordnetenbüros schreiben solche Stellen deutlich seltener aus. Viele Stellen sind befristet, häufig bis zum Wahltag oder auf zwei Jahre. Die Arbeitgeber setzen in aller Regel die Identifikation mit den Zielen der Partei voraus.
Einen vorgeschriebenen Ausbildungsweg gibt es nicht. Verlangt werden meist ein Studium, etwa der Politik- oder Kommunikationswissenschaft, und Erfahrung in Kampagnen, sei es in Parteien, Agenturen oder Organisationen wie Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Hinzu kommt der sichere Umgang mit digitalen Werkzeugen wie CRM-Systemen, E-Mail-Tools und Social-Media-Werbung.
Das Gehalt hängt vom Tarifwerk des Arbeitgebers ab. Die Bundesgeschäftsstelle der Grünen bezahlt Referenten für Kampagnen in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Bundes (TVöD Bund), Entgeltgruppe 12. Das entspricht 4.415,70 € bis 6.900,18 € brutto im Monat (Stand 05/2026). Einstiegs- und Wahlkampfstellen liegen deutlich darunter, Leitungsstellen darüber.
Aufgaben als Campaigner
- Kampagnen konzipieren und planen
- Wähler und Mitglieder mobilisieren
- Online-Kampagnen und E-Mail-Campaigning steuern
- Spenden sammeln (Fundraising)
- Aktionen und Veranstaltungen organisieren
- Kampagnenmaterial und Agenturen koordinieren
- Kampagnen auswerten und optimieren
Gehalt als Campaigner
(Referentenebene, TVöD Bund E 12, brutto)
~ 53.000 € bis 82.800 € p. a.
Abhängig von:
- Tarifwerk (TVöD, TV-L, Haustarif)
- Ebene (Hilfskraft, Referent, Leitung)
- Erfahrungsstufe
- Arbeitszeit und Befristung

Was ist ein Campaigner?
Ein Campaigner ist ein Mitarbeiter, der politische Kampagnen konzipiert, organisiert und auswertet. Der Begriff stammt aus der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und Agenturen und hat sich seit einigen Jahren auch in den Stellenausschreibungen der Parteien durchgesetzt. Dort steht er neben Bezeichnungen wie Kampagnenmanager, Kampagnenreferent, Digital Campaign Manager oder Organizer. Gemeint ist im Kern dieselbe Tätigkeit: Eine politische Botschaft soll eine bestimmte Zielgruppe erreichen und sie zum Handeln bewegen, sei es zur Stimmabgabe, zur Spende, zur Mitgliedschaft oder zur Teilnahme an einer Aktion.
Innerhalb der Parteiorganisation sitzen Campaigner meist in der Abteilung Kommunikation oder Kampagne einer Parteizentrale oder in der Landesgeschäftsstelle. Die CDU führt in ihrer Bundesgeschäftsstelle eine Hauptabteilung Kampagne und Mobilisierung, die Grünen bündeln die Arbeit im Bereich Parteiorganisation und Campaigning, die Linke im Bereich Organisierende Kampagnen. In den Landesverbänden ist das Kampagnenteam in aller Regel dem Landesgeschäftsführer zugeordnet.
Vom Wahlkampfleiter unterscheidet sich der Campaigner durch die Ebene und den Zeithorizont. Der Wahlkampfleiter verantwortet einen konkreten Wahlkampf und führt das Team. Der Campaigner arbeitet operativ und konzeptionell in diesem Team, häufig aber auch außerhalb von Wahlkämpfen. Beispiele aus den Ausschreibungen sind eine zweijährige Mietenkampagne der Linken, eine Kampagne gegen die Hamburger Olympia-Bewerbung oder die dauerhafte Betreuung von Kandidaten durch einen sogenannten Permanent Campaigner der CDU. Auch vom Referenten für Öffentlichkeitsarbeit grenzt sich die Rolle ab: Dieser vertritt die Partei gegenüber Medien und Öffentlichkeit, der Campaigner spricht Zielgruppen direkt an.
Welche Aufgaben hat ein Campaigner?
Was Campaigner konkret tun, hängt stark von der Ebene und vom Schwerpunkt der Stelle ab. Wir haben die Aufgabenbeschreibungen von 71 Ausschreibungen ausgewertet, die Parteien und Fraktionen zwischen Januar 2023 und September 2026 veröffentlicht haben und die wir in Parlamentjobs PLUS erfasst haben. Die folgenden Tätigkeiten kehren darin regelmäßig wieder:
- Kampagnen konzipieren, planen und mit Zwischenzielen steuern
- Wähler und Mitglieder mobilisieren, etwa durch Haustürgespräche, Aktionen und Telefonate
- Online-Kampagnen betreiben: E-Mails, Petitionen, Landingpages, Social-Media-Werbung
- Spenden sammeln, telefonisch oder über Crowdfunding
- Kandidaten, Kreisverbände und Ehrenamtliche beraten und schulen
- Plakate, Claims und Kampagnenmaterial entwickeln und Agenturen steuern
- Daten auswerten, Tests durchführen und Kampagnen laufend optimieren

Kampagnen konzipieren und planen
Am Anfang steht die Strategie: Welche Zielgruppe soll erreicht werden, mit welcher Botschaft, über welche Kanäle und in welchem Zeitplan? Volt verlangte für die Landtagswahlkämpfe 2026 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beispielsweise eine Auswertung des Wählerpotenzials, eine Zielgruppenanalyse und daraus abgeleitete Zwischenziele. Der SPD-Parteivorstand sucht für sein Referat Kampagne und Kreation Referenten, die integrierte Werbemaßnahmen online wie offline planen und die Zusammenarbeit von Kreativteams, Fachbereichen und Agenturen steuern.

Mobilisieren und organisieren
Kampagnen leben von Menschen, die mitmachen. Campaigner bauen Teams aus Ehrenamtlichen auf, schulen sie und koordinieren den Haustürwahlkampf. Die SPD Rheinland-Pfalz suchte für den Landtagswahlkampf regionale Campaigner, die den Tür-zu-Tür-WahlkampfBeim Haustürwahlkampf (auch: Tür-zu-Tür-Wahlkampf) gehen Kandidaten und (un)bezahlte Wahlkampfhelfer von Tür zu Tür, um das direkte Gespräch mit den Wählern zu suchen. Das primäre Ziel der Haustürbesuche ist es, neue Wähler zu gewinnen. in zehn Geschäftsstellen vor Ort organisieren. Bei der Linken heißt dieser Ansatz Organizing: Mitarbeiter entwickeln Methoden wie Haustürgespräche und Nachbarschafts-Organizing und vermitteln sie in die Kreisverbände.

Online-Campaigning und Fundraising
Ein großer Teil der Kampagnenarbeit findet digital statt. Referenten für Online-Campaigning schreiben Kampagnenmails, setzen Petitionen und Spendenaufrufe auf, pflegen das Unterstützernetzwerk im CRM-System und optimieren Landingpages. Die Grünen nennen in ihren Ausschreibungen Werkzeuge für E-Mail- und Aktionskampagnen wie Action Network, Brevo und WhatsApp. Zum Fundraising gehört auch der klassische Weg: Die Bundesgeschäftsstelle der Grünen stellt vor Wahlkämpfen Campaigner ein, die Mitglieder telefonisch um Spenden bitten und zum Wahlkampf mobilisieren.

Auswerten und optimieren
Ob eine Kampagne wirkt, zeigen die Zahlen. Campaigner tracken Kennzahlen wie Öffnungsraten, Anmeldungen und Spendenvolumen, führen A/B-Tests durch, erstellen Performance-Reports und leiten daraus Änderungen ab. Die CDU Niedersachsen erwartet von ihrem Campaigner die Analyse und Bewertung von Wahlkampfdaten sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Kampagnenperformance. Wer datengetrieben arbeiten kann, hat in den Ausschreibungen einen klaren Vorteil.
Welche Anforderungen muss ich erfüllen, um Campaigner zu werden?
Campaigner ist kein Ausbildungsberuf und kein eigener Studiengang. Die Anforderungen ergeben sich aus den Ausschreibungen, und dort zeichnet sich ein klares Profil ab. Drei Punkte kehren in fast allen Anzeigen wieder:
- Ein abgeschlossenes Studium, in aller Regel der Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Sozialwissenschaften oder einer vergleichbaren Fachrichtung. Für Wahlkampf- und Fundraising-Stellen genügt häufig auch eine andere Qualifikation oder ein laufendes Studium.
- Berufserfahrung in Kampagnen. Die Bundesgeschäftsstelle der Grünen verlangt für einen Referenten Online-Campaigning mindestens zwei Jahre Erfahrung in politischer Kommunikation und Kampagnen, für einen Senior Digital Campaign Manager mehrjährige Erfahrung als Campaigner. Erfahrung aus Agenturen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen wird ausdrücklich anerkannt.
- Die Identifikation mit den Werten und Zielen der Partei. Die CDU Niedersachsen setzt sie voraus, die Linke wünscht oder verlangt für Kampagnenstellen sogar die Mitgliedschaft in der Partei, die Grünen erwarten Kenntnisse ihrer Strukturen, Konzepte und Programme.
Hinzu kommen fachliche Kenntnisse, die sich je nach Schwerpunkt unterscheiden. Für digitale Kampagnen erwarten die Arbeitgeber den sicheren Umgang mit CRM-Systemen, E-Mail-Tools, Content-Management-Systemen und Analyse-Plattformen, teils auch Grundkenntnisse in HTML sowie Erfahrung mit Online-Werbung und Datenschutz. Für Stellen im Organizing zählen Erfahrungen mit Haustürgesprächen und der Arbeit mit Ehrenamtlichen. Regionale Campaigner im Wahlkampf brauchen einen Führerschein der Klasse B, in einem Fall auch einen eigenen Pkw.
Ebenso wichtig sind die Rahmenbedingungen. Nahezu alle Ausschreibungen verlangen die Bereitschaft zu Abend- und Wochenendarbeit, besonders in Wahlkampfzeiten. Von den 71 ausgewerteten Anzeigen nannten 43 eine Befristung, häufig auf zwei Jahre oder bis zum Wahltag. Die Grünen befristeten ihre Referentenstellen zunächst auf zwei Jahre, die SPD Schleswig-Holstein ihre Wahlkampf-Campaigner bis zum 30. April 2027, die Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag ihren Kampagnenmanager bis zum Ende der LegislaturperiodeEin Parlament wird in demokratischen Staaten für einen bestimmten Zeitraum gewählt. Diesen Zeitraum nennt man eine Legislaturperiode. Landtage in Deutschland werden beispielsweise für eine Periode von fünf Jahren gewählt und der Deutsche Bundestag für vier Jahre..
Der Einstieg gelingt am ehesten über die unteren Stufen. Zehn der 71 Stellen richteten sich an Werkstudenten, Praktikanten und studentische Hilfskräfte, etwa im Kampagnenteam der CSU-Landesleitung, bei der Jungen Union Bayern oder in der Bundesgeschäftsstelle der FDP. Auch das Telefon-Fundraising der Grünen steht Studierenden ausdrücklich offen. Wer dort Erfahrung sammelt, erfüllt später die Voraussetzung, die fast alle Referentenstellen verlangen. Weitere Einstiegsmöglichkeiten haben wir im Artikel zum Praktikum in der Politik zusammengestellt.
Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Campaigner?
Campaigner arbeiten überall dort, wo Kampagnen geführt werden: in Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, Gewerkschaften, Agenturen und in der Politik. Innerhalb der Politik sind es vor allem die Parteien selbst, die solche Stellen schaffen. Wer genau einstellt, zeigt unsere Auswertung: Für Parlamentjobs PLUS durchsuchen wir täglich die Websites von Parteien, Fraktionen und Abgeordneten nach Stellenanzeigen. Zwischen Januar 2023 und dem 22. September 2026 haben wir dabei 71 Ausschreibungen für Kampagnen- und Organizing-Stellen erfasst. Auf die Arbeitgeber verteilen sie sich so:
Arbeitgeber-Typ | Ausschreibungen | Beispiele |
Landesverbände | 32 | CSU-Landesleitung, SPD-Landesverbände, Volt Berlin, Grüne NRW, CDU Niedersachsen, FDP Hessen |
Parteizentralen (Bundesebene) | 27 | Grüne Bundesgeschäftsstelle, Volt Deutschland, SPD-Parteivorstand, CDU Deutschland, Linke Bundesgeschäftsstelle |
Bezirks- und Kreisverbände | 4 | SPD Hessen-Süd, SPD-Bezirk Hannover, Grüne Heidelberg |
Fraktionen | 3 | Grüne Landtagsfraktion Bayern, AfD-Bundestagsfraktion, Linke Ratsfraktion Bochum |
Jugendorganisationen | 2 | Junge Union Bayern, linksjugend |
Parteinahe Verbände | 2 | Wirtschaftsrat der CDU |
Abgeordnetenbüros | 1 | Wahlkreisbüro eines Bundestagsabgeordneten |
Quelle: Ausschreibungen von Parteien und Fraktionen, erfasst in Parlamentjobs PLUS, Stichtag 22.09.2026
Zwei Befunde stechen hervor. Erstens teilen sich Landesverbände und Parteizentralen fast den gesamten Markt. 59 der 71 Stellen stammten von einer dieser beiden Ebenen. Fraktionen schreiben Kampagnenstellen selten aus, weil Wahlkampf Aufgabe der Partei ist und nicht der Fraktion. Zweitens ist Berlin der wichtigste Arbeitsort. 35 Stellen nannten Berlin als Dienstort, teils mit der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Es folgten München mit acht, Düsseldorf mit fünf und Hannover mit vier Stellen.
Nach Parteien betrachtet waren die SPD mit 15, Volt mit 14 sowie die Grünen und die Linke mit je zwölf Ausschreibungen am aktivsten. Die CSU kam auf sechs Stellen, die FDP auf fünf, die CDU auf drei und die AfD auf zwei. Die Zahl der Ausschreibungen stieg in den Jahren vor den Landtagswahlen 2026 und 2027 deutlich: Auf acht Stellen im Jahr 2023 folgten 17 im Jahr 2024, 27 im Jahr 2025 und 19 in den ersten neun Monaten des Jahres 2026. Wie sich Stellen bei Parteien, Fraktionen und Abgeordneten insgesamt verteilen, zeigt unsere Studie zu 1.481 Stellenanzeigen.
Der Alltag unterscheidet sich je nach Arbeitgeber. In einer Parteizentrale arbeiten Campaigner in spezialisierten Teams mit eigenen Referaten für Online-Campaigning, Kreation und Fundraising und steuern bundesweite Kampagnen. In einem Landesverband ist das Team kleiner, der Bezug zum Landtagswahlkampf enger und die Zusammenarbeit mit Kreisverbänden und Kandidaten direkter. In einem Kreisverband oder Abgeordnetenbüro vereint eine Person meist Kampagne, Social Media und Veranstaltungsorganisation in einer Stelle.
Welche Soft Skills werden als Campaigner benötigt?
Neben Studium, Erfahrung und Werkzeugkenntnis nennen die Ausschreibungen eine Reihe persönlicher Eigenschaften. Sie entscheiden darüber, ob jemand in der Hochphase eines Wahlkampfs den Überblick behält und ein Team aus Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zusammenhält.
Als Campaigner werden folgende Soft Skills benötigt:
- Kreativität
- Organisationstalent
- Belastbarkeit und Flexibilität
- Kommunikationsstärke
- Teamfähigkeit
- Politisches Gespür
Kreativität
Kampagnen müssen auffallen. Die CDU Niedersachsen sucht Kreativität und Begeisterung für innovative Kampagnenideen, die Grünen den Mut, neue Formate auszuprobieren. Gefragt ist die Fähigkeit, aus einem politischen Beschluss einen Slogan, eine Aktion oder ein Video zu machen, das die Zielgruppe erreicht.
Organisationstalent
Eine Kampagne besteht aus Dutzenden Terminen, Materialien, Freigaben und Dienstleistern, die zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen müssen. Die Ausschreibungen verlangen deshalb Projektmanagement-Kenntnisse, einen strukturierten Arbeitsstil und den sicheren Umgang mit Timings, Budgets und parallelen Projekten. Der SPD-Parteivorstand nennt sogar agile Methoden wie Scrum und Kanban.
Belastbarkeit und Flexibilität
In den Wochen vor einer Wahl gibt es keine geregelten Arbeitszeiten. Die Grünen fordern Belastbarkeit und die Bereitschaft zu Arbeitsspitzen in Wahlkampf- und Kampagnenphasen, die CDU Niedersachsen eine zu jeder Zeit einsatzbereite Persönlichkeit. Abend- und Wochenendtermine, Reisen zu Kreisverbänden und kurzfristige Planänderungen gehören zum Beruf.
Kommunikationsstärke
Campaigner schreiben Kampagnenmails, briefen Agenturen, schulen Ehrenamtliche und stimmen sich mit Vorständen, Kreisverbänden und Fraktionen ab. Die Grünen nennen ausdrücklich die Kommunikations- und Motivationsfähigkeit im Umgang mit den verschiedenen Ebenen der Partei. Wer Menschen für eine Sache gewinnen will, muss ihre Sprache sprechen, ob am Telefon, an der Haustür oder im Newsletter.
Wie hoch ist das Gehalt eines Campaigners?
Parteien sind keine Behörden, weshalb es keinen einheitlichen Tarif für Campaigner gibt. Viele Arbeitgeber orientieren sich jedoch an den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes. Die Bundesgeschäftsstelle der Grünen vergütet in Anlehnung an den TVöD Bund, die Landtagsfraktionen in Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (TV-L). Beide Tarifverträge ordnen jede Stelle einer Entgeltgruppe zu, die sich nach den Anforderungen der Aufgabe richtet, und innerhalb der Gruppe einer Stufe, die mit der Beschäftigungsdauer steigt. Die Tabellen nennen deshalb je Gruppe eine Spanne von Stufe 1 bis Stufe 6. SPD, Linke und die Grünen-Landesverbände haben eigene Haustarifverträge, deren Tabellen nicht öffentlich sind. Die FDP Hessen nannte in ihrer Ausschreibung eine Jahresmindestvergütung, Volt vergab Kampagnenaufträge auch auf Honorarbasis. Die folgende Tabelle zeigt, welche Vergütung die Arbeitgeber in ihren Ausschreibungen angaben und was das nach den Tabellen 2026 in Vollzeit bedeutet:
Stelle laut Ausschreibung | Arbeitgeber | Vergütung laut Anzeige | Monatsbrutto in Vollzeit (Tabelle 2026) |
Campaigner im Telefon-Fundraising (Teilzeit) | Grüne Bundesgeschäftsstelle | TVöD Bund, Entgeltgruppe 3, Stufe 1 | 2.953,13 € |
Campaigner im Wahlkampf | SPD-Landesverband Schleswig-Holstein | Haustarifvertrag, 19,50 € bis 23,50 € je Stunde | je nach Arbeitszeit |
Junior-Referent Grundsatzfragen und Kampagne | FDP Hessen | Jahresmindestvergütung 43.000 € | 3.583,33 € |
Referent Online Campaigning, Senior Digital Campaign Manager | Grüne Bundesgeschäftsstelle | TVöD Bund, Entgeltgruppe 12 | 4.415,70 € bis 6.900,18 € |
Kampagnenmanager on- und offline | Grüne Landtagsfraktion Bayern | TV-L, Entgeltgruppe 13 | 4.759,37 € bis 6.764,69 € |
Abteilungsleitung Kampagne und Veranstaltungen | Grüne Bundesgeschäftsstelle | TVöD Bund, Entgeltgruppe 14 | 5.298,27 € bis 7.551,78 € |
Quelle: Ausschreibungen von Parteien und Fraktionen 2023 bis 2026 (erfasst in Parlamentjobs PLUS), Entgelttabelle TVöD Bund gültig ab 01.05.2026, Entgelttabelle TV-L gültig ab 01.04.2026
Die Spanne ist groß. Am unteren Ende stehen Teilzeit- und Wahlkampfstellen. Das Telefon-Fundraising der Grünen ist in die Entgeltgruppe 3 des TVöD Bund (PDF-Seite 3) eingruppiert, 2024 nannte dieselbe Ausschreibung noch einen Stundenlohn von 14,40 €. Die SPD Schleswig-Holstein zahlt ihren Wahlkampf-Campaignern nach Haustarif zwischen 19,50 € und 23,50 € je Stunde. Regionale Campaigner der SPD Rheinland-Pfalz wurden auf Minijob-Basis mit 8,5 Wochenstunden beschäftigt.
Auf der Referentenebene liegt die Vergütung deutlich höher. Referenten für Kampagnen und Online-Campaigning erhalten bei den Grünen in Anlehnung an die Entgeltgruppe 12 zwischen 4.415,70 € in Stufe 1 und 6.900,18 € in Stufe 6, also rund 53.000 € bis 82.800 € im Jahr. Die Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag bezahlt ihren Kampagnenmanager nach Entgeltgruppe 13 des TV-L (PDF-Seite 1) mit 4.759,37 € bis 6.764,69 €. Die FDP Hessen garantierte einem Junior-Referenten für Grundsatzfragen und Kampagne mindestens 43.000 € im Jahr und stellte eine höhere Vergütung bei entsprechender Qualifikation in Aussicht. Die Linke Hamburg gruppierte einen Mitarbeiter für Campaigning in die Entgeltgruppe 5 ihres Haustarifvertrags ein, ohne den Betrag zu nennen.
Leitungsstellen bilden das obere Ende. Die Abteilungsleitung Kampagne und Veranstaltungen in der Bundesgeschäftsstelle der Grünen wurde in Anlehnung an die Entgeltgruppe 14 ausgeschrieben, also mit 5.298,27 € bis 7.551,78 € im Monat. Sie umfasst Personalführung und die Verantwortung für den Etat der Abteilung. Zu den Tabellenwerten kommen bei den Grünen Jahressonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen, ein Zuschuss zum Nahverkehr und 31 Urlaubstage hinzu.
Stand 05/2026
Aktuelle Jobs als Campaigner in der Politik
Hier finden Sie aktuelle Stellenanzeigen für Campaigner, Kampagnenmanager und Wahlkampfmitarbeiter in der Politik, die auf unserer Seite veröffentlicht wurden. Weitere Stellen finden Sie in den Bereichen Wahlkampfmanager und Praktikum in der Politik:
Oder nutzen Sie Parlamentjobs PLUS:
Es warten 122 Jobs in der Politik auf Sie.
Wir gehen einen neuen, einzigartigen Ansatz: Wir durchsuchen das Internet täglich nach Jobs bei Parteien, Fraktionen, Parlamenten und Abgeordneten. Die Stellenanzeigen werden händisch geprüft und direkt bei uns im Premium-Bereich Parlamentjobs PLUS eingebunden.
Fazit – Berufsbild Campaigner
Campaigner planen, organisieren und werten die Kampagnen der Parteien aus, im Wahlkampf ebenso wie in Themenkampagnen und im Fundraising. Arbeitgeber sind vor allem die Parteizentralen und Landesverbände, die meisten Stellen entstehen in Berlin und sind befristet. Verlangt werden ein Studium, Kampagnenerfahrung, digitale Werkzeugkenntnis und die Identifikation mit der Partei. Das Gehalt reicht von Stundenlöhnen im Telefon-Fundraising bis zur Entgeltgruppe 14 für eine Abteilungsleitung. Welche Aufgaben, Anforderungen und Soft Skills dazugehören, haben wir Ihnen in diesem Artikel gezeigt.
Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

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